#FREETHEGIPPLE

Im Gespräch mit Gizem Güvendağ und Zeynep Alpay

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Wer im Dezember in Köln unterwegs ist, sollte auf einen Kaffee im Café Schwesterherz in Ehrenfeld vorbei – und sich die Illustrationen von Gizem Güvendağ (@bak_bi) und Zeynep Alpay (@zeythehuman) anschauen. Die Arbeiten der beiden Kölner Künstlerinnen schmücken seit Oktober die Wände des Cafés und beschäftigen sich unter anderem mit Tabuthemen wie dem Stillen in der Öffentlichkeit oder Menstruationsblut.

Foto: Damir Bašić

Seit Ende Oktober kann man eure Ausstellung GIPPLE im Café Schwesterherz bestaunen. Wie kam es zu eurer Zusammenarbeit?

Zeynep: Wir wohnen beide seit letztem Jahr in Köln und haben uns auch erst hier kennengelernt. Seitdem träumen wir davon, gemeinsam auszustellen. Diese Träumereien wurden zu konkreten Plänen, als das Café Schwesterherz uns angeboten hat, hier auszustellen.

Foto: Damir Bašić

Gizem: Wir haben monatelang geplant und schließlich den 20. Oktober für die Vernissage festgelegt. Es war ein wirklich toller Abend, den wir mit Hilfe unserer Freunde auf die Beine gestellt haben.

Was hat es mit dem Namen GIPPLE auf sich?

Gizem: Wir hatten schon ein gemeinsames Konzept ausgearbeitet, waren aber noch auf der Suche nach einem Wort, hinter dem auf den ersten Blick keine spezifische Bedeutung steckt. Wir haben einen Namen gefunden, als wir eigentlich bei einem ganz anderen Thema waren: In der Sitcom Seinfeld fällt an einer Stelle als Reim auf das Wort nipple plötzlich gipple. Sehr spontan haben wir uns dann auf GIPPLE als Namen für unsere Ausstellung geeinigt (lachen).

Apropos Konzept: Was ist das Thema eurer Ausstellung?

Zeynep: Wir zeigen beide Situationen, die jeder Mensch täglich durchlebt und die – ob wir wollen oder nicht – Teil von jedem Menschen sind. Diese Situationen werden jedoch in der Öffentlichkeit als sehr vertraulich oder intim eingestuft, weshalb über diese vermeintlichen Tabuthemen – wie zum Beispiel auf’s Klo gehen oder die Menstruation – nicht gesprochen wird. Dann gibt es Situationen, die nicht gerne gesehen werden, wie das Stillen von Babys in der Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang wird auch das grundsätzliche Problem der Öffentlichkeit mit der nackten weiblichen Brust und weiblichen Brustwarzen sichtbar. Wir hinterfragen all diese Tabus, deshalb auch #freethegipple.

Es gibt ein grundsätzliches Problem der Öffentlichkeit mit der nackten weiblichen Brust oder weiblichen Brustwarzen.

Wie setzt ihr das in euren Arbeiten um?

Zeynep: Meine Arbeiten sind vor allem queerfeministisch, ich bilde gerne nicht-binäre und Trans*Menschen ab, hinterfrage die vorherrschende gesellschaftliche Vorstellung von Geschlecht und thematisiere Körperbehaarung und Menstruation. Gizem hingegen bildet gerne manipulierte Körperteile ab.

Gizem: Und die sollen auf keinen Fall sexy oder ästhetisch sein! Ich deformiere gerne natürliche Formen, um mich von einer realitätsnahen Darstellung von Menschen zu entfernen und gängige Schönheitsideale aufzubrechen.

Die Ausstellung von Gizem Güvendağ und Zeynep Alpay läuft noch bis zum 31.12.2018

Café Schwesterherz
Venloer Str. 239
50823 Köln

Text: Gamze Vatancı
Fotos: Murat Surat

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