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Sprache & Literatur

Muska, beschütze mich!

Wahscheinlich habt ihr schon einmal dieses kleine dreieckige Beutelchen am Hals einiger Türken gesehen. Und vielleicht habt ihr euch gefragt, was sich wohl darin versteckt. Wir verraten es euch.

Dem Aberglauben der Türken zufolge, beschützen diese dreieckigen Talismane den Träger vor Krankheiten, Unfällen oder bösen Blicken. Das Wort „muska“ stammt ursprünglich vom arabischen Wort „nüsha“ ab und bedeutet „Exemplar“ oder „Abzug“. Nun fragt man sich logischerweise, was für Abzüge diese Talismane enthalten. Ganz einfach: Es sind handgeschriebene Suren und Verse aus dem Koran oder Hadithe, sprich Aussprüche des Propheten Mohammed. Am häufigsten werden die bedeutendsten Gebete wie „Felak“, „Nás“, „Yasin“, „Fatiha“ oder „Ayetü’l-Kürsi“ auf ein kleines Stück Papier geschrieben. Während des Schreibakts muss eine völlige Hingabe zu Allah erfolgen, in der der Schreiber die Gebete mehrmals wiederholt.

Anschließend wird das Papier zu einem Dreieck gefaltet, mit einer Plastikfolie umwickelt, um die Schrift vor Wasser zu schützen, und letztendlich mit einer Schutzhülle ummantelt. Diese Schutzhülle kann aus Leder, Seide oder aus einem Edelmetall bestehen.

Warum ausgerechnet die Dreiecksform gewählt wurde, erklärt sich so: Die drei Seiten symbolisieren erstens Hunger und Durst, zweitens Krankheiten und drittens böse Blicke. All das Schlechte, das einem Menschen also widerfahren könnte, soll an diesen Seiten abprallen und den Menschen so gar nicht erst berühren.

muska aus Leder

Muska in Lederhülle http://www.nedir.com

Das Erstellen eines „muska“ darf keinesfalls willkürlich geschehen und sollte bestenfalls durch einen „hoca (geistlicher Lehrer) erfolgen. Es gelten hier bestimmte Regeln.

  1. Nur bekannte Hadiths, Verse oder Suren aus dem Koran dürfen geschrieben werden.
  2. Verboten sind Namen, Bilder, Symbole oder Buchstaben.
  3. Verboten sind ebenfalls Liebessprüche oder Flüche.
  4. Schreiber und Träger müssen bedingungslos an die heilende Macht Allahs glauben.

Viereckige oder herzförmige Talismane sind ebenfalls weit verbreitet. Man hängt sie meist im Auto oder in Wohnungen als Schutz vor dem Bösen auf.

Mittlerweile definiert jeder Träger für sich, aus welchem Grund er solch einen Talisman besitzt. Dabei spielen persönliche Ängste oder Wünsche eine besondere Rolle: Ist der Kinderwunsch einer Frau groß, so trägt sie eine „muska“. Hat ein Autofahrer große Angst vor Unfällen, so hängt ebenfalls eine „muska“ im Auto. Und hat jemand beispielsweise große Angst vor Spinnen, so wird die „muska“ sicherlich nie abgenommen.

Mittlerweile ist ein großer Streit in der islamischen Welt ausgebrochen, ob die Talismane „haram“ (Sünde) sind oder nicht. Schließlich vermischen sich mit diesen Symbolen islamische Lehren mit Aberglauben. Ob man an die „muska“ glaubt oder nicht, ist jedem selbst überlassen. Schaden richten diese Talismane jedenfalls nicht an.

Credits

Text: Nur Şeyda Kapsız / Germany’s Top Teacher

Fotos: nedir.com

Hier ein weiterer Artikel aus der Reihe zum Aberlauben:

Nazar – Der böse Blick

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