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Gesellschaft & Geschichten

Schulter an Schulter

Der Weltfrauentag 2017 auf der İstiklâl
Am 8. März wurde der internationale Weltfrauentag weltweit im Marsch auf den Straßen begangen, um zu demonstrieren, aufmerksam zu machen und vor allem den unzähligen Frauenstimmen Gehör zu verschaffen.

In Istanbul, auf der Istiklal Caddesi, ertönen am 8. März, abends gegen 19:00, in lautstarken Chören die ersten Parolen. Es sind Tausende, die sich hier versammelt haben und überzeugten Schrittes demonstrieren, fordern und feiern. Sowohl junge Türkinnen, Expats, Touristen, als auch die Älteren, traditionell gekleideten „Teyzeler“ („Tanten“= ältere Damen) haben sich eingefunden. Ernste Augenpaare, zum Gesang aufgerissene Münder, zusammengekniffene Augenbrauen und optimistisches Gelächter erfüllen den Himmel über Istanbul.

Die eng aneinander stehenden Menschen lassen nicht vermuten das noch am Sonntag bereits zahlreiche Menschen gegen das Verbot, der Kundgebung am 8. März zum Weltfrauentag, demonstrierten. Der Fluss aus engagierten Demonstranten pflastert die beliebte Einkaufsstrasse, während Polizisten in einheitlichem Schwarz das Ufer bilden. Gemeinsam, Hand in Hand generiert die Masse eine mitreißende Energie, unterstützt von kraftvollen Trommelschlägen und Gejodel. Über den Köpfen schweben Schilder, die vor allem ein Wort in verschiedensten Farben und Formen zur Schau stellen: „HAYIR“ (Nein)

„Nein“ zu Verfassungen und Traditionen, die Frauen in der Türkei und weltweit immer noch in ein Korsett aus Einschränkungen und Konventionen presst.

„Nein“ zu dem bevorstehenden Referendum, welches zum Ziel hat eine neue Verfassung durchzusetzen, ein Präsidialsystem, welches der Demokratie den Rücken zukehren will.

„Nein“ zu den zahlreichen, willkürlichen Entlassungen und den immer ernster werdenden Einschränkungen freier Meinungsäußerungen.

An diesem Abend ist jedes „Nein“ jedoch auch ein Zeichen, ein „Ja“ für eine andere, neue Zukunft. Bereit zu sein für individuelle Überzeugungen, Wünsche und Glauben einzustehen und nicht den Mut zu verlieren, mit dem Finger auf Missstände und Ungerechtigkeiten zu zeigen.

Text und Fotos: Sina Opalka

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