Hızır orucu

Das Fastenritual der Aleviten

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Während letzte Woche alle Welt Hallmark’s Valentinstag feierte, besinnen sich Aleviten in der sogenannten Hızır Woche auf drei nacheinander folgenden Tagen auf ihren Schutzpatron Hızır.

In vielen Regionen wird hier vom 13.-15. Februar drei Tage lang gefastet. Nur einmal am Tag zu Sonnenuntergang wird das Fasten gebrochen, um dann wieder bis zum Sonnenuntergang des darauf folgenden Tages auf Wasser und Speisen zu verzichten. Vor allem junge Singles versuchen am dritten Fastentag gänzlich auf Wasser zu verzichten, damit sie symbolisch ihren Durst dann im Traum im Haus des zukünftig Angetrauten löschen können.

Hızır und sein Bruder Ilyas sind im Alevitentum Schutzpatronen und Boten von Glück und Wohlstand, die in der Not zur Hilfe herbei eilen. Nachdem sie das Wasser der Unsterblichkeit (arab.: Ab-i Hayat) getrunken haben sollen, erlangten sie das ewige Leben.

Schutzpatron Ilyias (rechts) mit Al-Chidr, Heiliger und Symbol für das Gute (Quelle: Wikimedia Commons)

Nach einer weit verbreiteten Erzählung eilte Hızır das erste Mal niemanden geringerem als Noah zur Hilfe herbei. Nachdem die Arche einem dreitägigen Sturm standhielt, fasteten die Geretteten als Zeichen der Dankbarkeit drei Tage lang. In dieser und weiteren Überlieferungen kam Hızır stets in wechselnder Menschengestalt zum Fastenbrechen und bat um Essen. Anders als beim zwölf tägigen Muharrem Fasten wird hier nicht auf Wasser und tierische Produkte nach Sonnenuntergang verzichtet.

Glück hat, wessen Speise von Hızır markiert wurde. Deshalb probiert man so viel wie möglich.

Am Abend des letzten Tages wird das Fasten zusammen in der Gemeinde gebrochen. Alle kommen zusammen, die Lokma (Gaben) werden gesammelt, es werden Geschichten über Hızır erzählt und viele meditative Lieder gesungen, meist begleitet von der Saz.

Es ist Brauch am Vorabend eine Speise aus Weizenmehl und Wasser anzurühren um diese über Nacht offen stehen zu lassen. Wünsche werden ausgesprochen und man hofft, dass Hızır über Nacht von der Gabe kostet.

Hinterlässt Hızır ein Zeichen in der Speise, erwarten die Familie Segen und Glück und die Erfüllung der Wünsche. Die Gaben werden dann zum Fastenbrechen in der Gemeinschaft geteilt. Dabei versucht man von so vielen Speisen wie möglich zu kosten, um vielleicht von einer zu essen, die auch wirklich von Hizir gesegnet wurde.

 

Text: Su Akar
Titelbild von Alp Aksoy und shutterstock.com(Kooperationspartner)

 

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