Queeres oder Saures

die queere Geschichte von Halloween

Anzeige

Bist du dir unsicher, ob dein gaydar richtig liegt? Frag einfach nach dem liebsten Feiertag deines Gegenübers.

Halloween ist für viele queere Menschen der höchste Feiertag überhaupt, in Amerika nennt man es liebevoll “Gay Christmas”. Kein Wunder, denn an Halloween können sich queere Menschen, die sich sonst im Alltag verstecken müssen, wenn sie nicht direkt geoutet sein wollen oder Anfeindungen ausgesetzt, so ausgefallen, explizit, queer anziehen, wie sie möchten. Aber auch alle, die ihr Queersein feiern wollen, finden an Halloween die perfekte Möglichkeit. Denn Halloween ist der Tag der Freaks, der Drags, der Queers. Und das ist nicht erst neuerdings so.

Schon in den 40ern benutzten Menschen Halloween, um das Gesetz zu umgehen, da es untersagt war, Kleidung des anderen Geschlechts zu tragen. In den 50ern und 60er feierte die LGBTQI+ Szene von Philadelphia sogenannte „bitches christmas”-Märsche, bei denen sie sich in Drag anzogen und durch die gay-Bars der Stadt zogen: Die erste Halloween-Parade überhaupt.

 Die Greenwich Village Halloween Parade wurde 1976 zum ersten Mal von gerade Mal 160 Leuten gefeiert und war hauptsächlich von Schwarzen trans Personen, Drag-Queens und anderen queeren Menschen veranstaltet und besucht. Heute zieht das Halloween-Event rund 2 Mio. Leute im Jahr an.

Halloween ist aber auch heute noch für viele queere Menschen der höchste Feiertag, nicht umsonst heißt es “Gay Christmas”. Für viele queere Menschen ist Weihnachten eine Zeit, die sie mit vielen alten Traumata verbinden: Homophobe Verwandte, gedeadnamed werden usw. Während Weihnachten also, falls es nicht mit Freund*innen oder chosen Familie gefeiert wird, im besten Fall unangenehm, im schlimmsten Fall triggernd endet, ist Halloween eine Spielwiese für Queers.

Text: Paula Steiner

Folge uns
auf Instagram!