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Gesellschaft & Geschichten

Best of renk. Interviews 2016

Es war nicht leicht, aber die renk.Redaktion hat über seine zehn inspirierendsten Interviewpartner*innen 2016 bei renk. abgestimmt. Es ist immer wieder aufregend besondere Menschen aus dem Kreativbereich über renk. kennenzulernen und wir sind dankbar für diese tolle Begegnungen im letzten Jahr.

Hier nochmal alle zehn (Lebens)Künstler*innen und Kreative im Schnelldurchlauf. Was war euer liebstes Interview bei renk.? Lasst es uns auf Facebook wissen.

Comedian Senay Duzcu

Senay Duszu

Sie ist eine der raren deutsch-türkischen Frauen auf der Stand-up-Bühne. Da sie als Kind von ihren Eltern sehr eingeschränkt wurde, wie sie sagt, hat sie viel mitzuteilen, wenn sie auf der Bühne steht. Oft mit dem Ziel, Vorurteile zu entlarven und über sie zu lachen ohne dabei eine bestimmte Gruppe repräsentieren zu müssen. „Lachen und geteilte Emotionen bringen Nähe. Ich versuche in meinem Bühnenprogramm beide Kulturen zu spiegeln, und das auf eine fluffige Art.“

Hier geht’s zum Interview mit Senay

Musiker Kaan Bulak

Kaan Bulak © Michael Kuchinke-Hofer-9

Kaan wurde in Istanbul geboren, ging in Stuttgart zur Schule und zog fürs Toningenieurstudium nach Berlin. Der junge Künstler hat uns in seinem Berliner Studio erzählt, wie aus seinen kreativen Arbeitsprozessen elektronische Musik entsteht. Zwischen Gitarren, Synthesizern, Computerbildschirmen und Aktivlautsprechern produziert er sowohl elektronische Beats als auch klassische Musik. „Hören,sehen und absorbieren, wie gute Leute spielen– so lernt man Musik.“

Hier geht’s zum Interview mit Kaan

Youtuber Oguz Yilmaz

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Er ist gerade einmal 25 Jahre alt und gilt schon als einer der Pioniere des Webvideos. Der Kanal des Trios „Y-Titty“, dem sich Yilmaz 2009 anschloss, war mit über drei Millionen Abonnenten zeitweise der erfolgreichste YouTube-Kanal Deutschlands. Die drei Jungs räumten einen Preis nach dem anderen ab, ihre Songparodien kamen auf bis zu 26 Millionen Aufrufe. Seit ihrer Auflösung macht Oguz Yilmaz hinter der Kamera als Berater weiter: Mit „whylder“ hat der Wahl-Kölner seine eigene Agentur gegründet. „Wir haben uns tatsächlich alles selbst beigebracht. Dem Internet sei Dank, kann man ja alles nachschauen oder nachlesen.“

Hier geht’s zum Interview mit Oguz

Performancekünstlerin Nezaket Ekici

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Nezaket Ekici hat bereits an vielen Ecken dieser Welt performt und ist in zahlreichen wichtigen Galerien und Museen international vertreten. Sie identifiziert sich weder mit dem Deutsch-noch dem Türkischsein, sondern in erster Linie als Künstlerin. Sie setzt sich in ihrer Kunst häufig mit Symbolen und religiösen Taboos auseinander, weshalb sie sowohl in der rechten als auch in der muslimischen Community provoziert. „Ich weiß, dass das provokant sein kann. Manchmal treffe ich damit einen Nerv und es kommt zu ablehnenden Reaktionen aus verschiedenen Kreisen.“

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Filmemacher Mehmet Akif Büyükatalay

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Mehmet Akif Büyükatalay ist Filmemacher und Student an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Rainer Werner Fassbinder und Nuri Bilge Ceylan sind seine großen Vorbilder. In seinen Filmen wie Auch Wenn Alle, Ich Nicht versucht er die überholte Gegenüberstellung der Deutschtürken in Wir und Ihr aufzulösen. „Das Erstarken des Nationalismus von beiden Seiten ist Anreiz und Motivation für meine Kunst.“

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Rapper und Designer Kabus Kerim

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Viele kennen Kerim Yüzer aka. Kabus Kerim noch als Teil der Rap-Formation Cartel. Mittlerweile betreibt er in Istanbul einen Flagship Store seiner Raw Denim Marke Blue Matters. Betritt man den Laden, fühlt man sich wie auf einer kleinen Zeitreise durch die Geschichte des beliebten blauen Stoffes. Die Marke wurde von Ece Müftüoğlu Narcy und Didem Çakar ins Leben gerufen, Kerim stößt später dazu und widmet sich vor allem den Details. „Ich habe nicht Design studiert und konnte trotzdem bei Adidas im Design-Team kreativ mitarbeiten. Das hat wirklich damit zu tun, wie du dich einer Sache hingibst.“

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Djane Kornelia Binicewicz

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Kornelia, geboren in Krakau, Polen, rief Ladies on Records ins Leben. Das Projekt ist ihre persönliche Reise durch Musik und Kultur von Frauen. Die Türkei ist ihr erstes Ziel, weitere sollen folgen. Seit sie denken kann, hat sie Musik erforscht, weshalb sie sich entschied ihren Fokus darauf zu legen und nach Istanbul zu ziehen, um in die Welt der türkischen Musik von Frauen der Sechziger und Siebziger einzutauchen. „Viele Jahre war türkischer psychedelischer Rock der Sechziger und Siebziger wie Magie für mich. Er brachte alles mit sich, wonach ich in der Musik gesucht habe.“

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Dichter Dinçer Güçyeter

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Der Dichter, Schauspieler und ehemalige Mechaniker findet, dass Gedichte oft zu Unrecht als kompliziert und altmodisch gelten. Um zu zeigen, dass »Lyrik lebt«, hat er vor fünf Jahren den Elif Verlag gegründet. Sein eigener Gedichtband war das erste Projekt des Nettetaler Verlags, der mittlerweile 21 Veröffentlichungen vorzuweisen hat. „Ich glaube, dass Lyrik wichtig ist für den Prozess der Selbsterkenntnis. Es ist wie bei den Archäologen – je tiefer man gräbt, desto mehr Geschichte kommt zum Vorschein.“

Hier geht’s zum Interview mit Dinçer

Schauspielerin Demet Gül

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Die meisten kennen sie aus dem Film „Almanya-Willkommen in Deutschland“ von 2011. Seitdem hat Demet Gül in zahlreichen weiteren Produktionen mitgewirkt, sowohl in Deutschland als auch in der Türkei. Den Kurzfilm „The House in the Evelope“, der in Istanbul spielt, hat sie selbst produziert und das Drehbuch mit verfasst. In der Türkei wurde sie als Maşuka in der Serie ,,Ulan Istanbul“ ein Star. „Obwohl ich in Deutschland geboren wurde und aufgewachsen bin, werde ich immer wieder in die Migrationshintergrund-Schublade gesteckt. Ich erwarte nach so vielen Jahren ein bisschen mehr Selbstverständlichkeit.“

Hier geht’s zum Interview mit Demet

Helden-Hobbits Sinem und Murat Asılcan

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Paylaşmak mutluluktur – Teilen macht glücklich. Sinem und Murat Asılcan aus Istanbul sind ein lebendes Beispiel dafür. Die beiden haben im ärmlichen Istanbuler Stadtteil Balat ein soziales Projekt auf die Beine gestellt: In ihrem Hobbit House recyceln sie Gegenstände, die sie anschließend an Bedürftige verteilen, betreiben eine offene Bibliothek und bieten außerdem günstiges Bio-Frühstück an. Leute bringen Dinge vorbei, die kaputt sind oder für die sie keine Verwendung mehr haben. Murat und Sinem richten sie wieder her und geben sie an arme Kinder und ihre Familien weiter. „Die meisten Stiftungen und Vereine sammeln Spenden meist nur an festlichen Tagen wie zum Beispiel an Kurban Bayramı (Opferfest, A.d.R.). Mit unserem Projekt wollen wir dauerhaft an das Mitgefühl unserer Mitmenschen appellieren.“

Hier geht’s zum Interview mit Sinem und Murat

 

Credits

Text: Wiebke Finkenwirth

Titelbild: Annette Etges

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