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Essen & Trinken

Gefüllte Auberginen Zweierlei

Was ist euer Lieblingsrezept von zuhause? Zum Muttertag und Vatertag möchte renk. wissen welche Rezepte ihr von Mama und Papa am liebsten mögt.

Dass wir bei renk. Schleckermäuler sind, wisst ihr ja schon. Eine unserer Leserinnen haben wir schon zuhause besucht. Aylin Yavaş ist gebürtige Berlinerin und hat uns zu einer Kostprobe von karnı yarık und imam bayıldı eingeladen. Um welche Gerichte es sich handelt, warum es für Aylin dabei kein „entweder – oder“ gibt und wie das Familienrezept genau aussieht, haben wir für euch in Erfahrung gebracht. Und wer Lust hat, auch mal für renk. sein Lieblingsrezept zu kochen, schreibt uns bei Facebook.

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Aylin ist 23 Jahre alt und studiert Sozialwissenschaften im achten Semester. Sie kocht sehr gerne, gibt aber zu, dass ihr Mitbewohner eigentlich viel mehr und sogar besser kocht als sie. Aus der türkischen Küche macht Aylin gern Gerichte mit Kısır (Couscous). Ihr absolutes Lieblingsgericht ist aber Sucuk mit Ei – zum Frühstück natürlich.

Als Kind mochte sie türkisches Essen gar nicht. Seitdem sie nicht mehr bei ihren Eltern wohnt, vermisst sie es total. Gefüllte Auberginen kocht Aylin für renk. zum ersten Mal selbst. Das Gericht kam ihr immer so aufwändig und kompliziert vor. Resultat des Abends: auch bei Hobbyköchen schmeckt es mit dem richtigen Rezept. Der Versuch glückt und ist äußerst schmackhaft.

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Wieso karnı yarık und imam bayıldı? Traditionell sind das zwei verschiedene Gerichte. Karnı yarık sind mit Hackfleisch gefüllte Auberginen und imam bayıldı ist die vegetarische Version. Aylins Eltern haben für die Füllung immer Gemüse und Hackfleisch gemischt – eine Kombination aus beiden Gerichten quasi. Das ist ihr absolutes Lieblingsessen von zuhause. Die deutsche Bedeutung der beiden Namen ist auch lustig. Karnı yarık heißt „aufgeschnittener Bauch“ und imam bayıldı bedeutet „der Imam fiel in Ohnmacht“.

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Aylin kauft Gemüse unter anderem in türkischen Supermärkten und auf dem Markt. Die Sachen seien dort immer günstig und meistens frischer. Während die Auberginen im Ofen schwitzen, erzählt uns die Studentin, was ihr wichtig ist. Seit einem Jahr ist sie bei ufuq.de in der politischen Bildung für Jugendliche tätig. Der Verein unterstützt pädagogische Arbeit im Bereich Islam.

Außerdem boxt sie in einem Boxverein, der besonders für Frauen, die Queer Community und Geflüchtete einen geschützten Raum bietet. Aylin findet es gut, dass der Verein sich dafür einsetzt, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, Sport zu machen. »Früher habe ich viele Sportarten ausprobiert aber nie etwas durchgezogen. Boxen macht auch schon als Anfängerin Spaß«, erzählt sie. Außerdem gefällt es ihr, dass Kondition, Kraft und Technik vereint werden und der Sport die Selbstverteidigung schult.

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Als Kind mochte Aylin Auberginen gar nicht, wegen der Konsistenz. Deswegen wollte sie immer Fladenbrot dazu essen. Mittlerweile mag sie Auberginen aber richtig gerne. Wenn sie sich bei ihren Eltern wünschen darf, was gekocht wird, ist es immer imam bayıldı. Aber bei ihr gibt es auch heute noch Fladenbrot dazu.

Ein Tipp: Wir probieren dazu frisch geriebenen Parmesan und ein wenig Joghurt. Schmeckt super.

Vielen Dank an Aylin, und an euch: Afiyet olsun!

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Das Rezept: karnı yarık / imam bayıldı

Zutaten:

(für ca. 4 Personen)

6 große Auberginen
2-3 grüne Spitzpaprika
3 Tomaten
300g Rinderhackfleisch
3 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
Petersilie
Tomatenmark
Salz, Pfeffer
Olivenöl
wahlweise Parmesan, Joghurt, Fladenbrot

Zubereitung:

Zuerst: das Gemüse waschen! Dann wird geschnippelt.

Die Auberginen schälen und für 20 Minuten in kaltes Salzwasser legen. Dadurch nehmen sie weniger Fett auf.

Für die Füllung:

Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Spitzpaprika und Petersilie klein hacken.

In einer großen Pfanne die Zwiebeln kurz in Öl anbraten. Nach einer Weile den Knoblauch dazugeben und weiter braten. Nach und nach Paprika und Tomaten hinzugeben und 1 Esslöffel Tomatenmark untermischen.

Wann das Gemüse gut angebraten ist, das Hackfleisch dazugeben. Köcheln lassen (evtl. einen kleinen Schuss Wasser dazugeben) bis das Hackfleisch gar ist.

Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Petersilie dazugeben, gut vermengen und vom Herd nehmen.

Nicht vergessen: Jetzt schon mal den Ofen vorheizen …

Die Auberginen aus dem Salzwasser nehmen und gut abtrocknen (damit es gleich nicht so spritzt!). Anschließend in heißem Öl goldgelb anbraten – sie müssen nicht ganz gar sein, den Rest macht der Ofen.

Die angebratenen Auberginen halbieren und in den „Bauch“ eine Mulde einschneiden. Mit einem Löffel die Auberginen mit der Hackfleisch-Gemüse-Mischung füllen.

Jetzt wird noch schnell eine Sauce gemacht. Dazu 3 EL Tomatenmark, Salz und Pfeffer mit ca. ½ Liter kochendem Wasser übergießen und gut rühren.

Die Auberginenhälften in eine Auflaufform legen und mit der Sauce begießen, sodass sie bis zur Hälfte bedeckt sind.

Ab in den Ofen damit! Bei 200 Grad für ca. 45 Minuten – zwischendurch einfach mal rein stechen und testen.

Danach kann serviert werden! Für die Gourmets unter euch: Parmesan frisch über die fertigen Auberginen reiben und gegebenenfalls einen Klecks Joghurt darauf geben.

Wer mag, knabbert dazu Fladenbrot. Guten Appetit!

Credits:
Text und Fotos: Regina Wiebe
Rezept: Aylin Yavaş

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