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Essen & Trinken

Was wird aus der Shisha? Gestern, heute und die Zukunft

Die Shisha gehört fest zur türkischen Kultur. In Deutschland spiegelt sich das ebenfalls anhand zahlreicher Shisha-Bars wider, in denen sich bevorzugt junge Menschen mit türkischer Herkunft tummeln. Hier erlebt die Shisha also einen regelrechten Boom und wird zunehmend auch bei Jüngeren aus anderen Kulturen beliebt. Eigentlich mag man also meinen, in der Türkei sei das genauso. Doch das ist ein Irrtum – denn dort hat das Rauchverbot dafür gesorgt, dass die Wasserpfeife langsam aus der Öffentlichkeit verschwindet. 

Ein Rückblick in die Geschichte der Shisha

Wann und wie die Shisha genau entstanden ist, lässt sich heutzutage kaum noch nachvollziehen. Sicher scheint aber, dass ihre Ursprünge in Persien liegen. Vermutlich hat sich die Wasserpfeife etwa im 15. bis 16. Jahrhundert entwickelt und anschließend im gesamten Osmanischen Reich etabliert – also auch in der heutigen Türkei. Seither gehört die Shisha dort fest zur Kultur, ebenso wie in einigen arabischen Ländern. Im Vordergrund steht dabei aber weniger das Rauchen an sich als das gemütliche Zusammensitzen mit Gesprächen, Tee oder kleinen Köstlichkeiten. Dabei sitzt oder liegt man traditionell auf großen Kissen, Teppichen oder Matratzen. 

Rauchverbot: Das Ende der Tradition?

Türken und das Rauchen schienen also lange Zeit untrennbar zu sein. Das gilt für die Shisha, aber auch für Zigaretten, Pfeifen & Co. In Restaurants, Bars und Cafés war es daher bis vor wenigen Jahren ganz normal, dass gewisse Rauchschwaden in der Luft hingen. Im Jahr 2009 kam aber das Aus, denn die Regierung hat ein strenges Rauchverbot verhängt. Plötzlich war es also untersagt, in abgeschlossenen Räumen zu rauchen – ja, sogar in Shisha-Cafés. Zusätzlich darf seither nicht mehr in der Öffentlichkeit geraucht werden, auch Raucherräume oder Sonderregelungen sind nicht gestattet. Für viele Shisha-Bars in der Türkei bedeutete das Rauchverbot somit das Aus. Eigentlich war die Regierung auf Proteste und „Trotzreaktionen“ gefasst…aber nichts passierte. Ist die Shisha nun also dem Untergang geweiht?

Das Rauchverbot existiert eher auf dem Papier

Ein Stück weit sind die Proteste wohl ausgeblieben, weil ohnehin viele TürkInnen mit dem Rauchen aufhören möchten. Doch viele Shisha-Fans und andere RaucherInnen sind vor allem deshalb nicht auf die Straßen gegangen, weil das Gesetz in der Türkei ohnehin nur in der Theorie existiert – in der Praxis aber nur extrem selten umgesetzt wird. Viele rauchen also weiter, sei es die Shisha im Café, die Zigarette in einer Bar oder die Pfeife im Restaurant. Die Wirte drücken in der Regel beide Augen zu. Dennoch wächst ihre Angst, denn die Regierung zeigt zunehmend eine „Null-Toleranz-Politik“, wenn es um das Thema geht…sogar bei einer so uralten Tradition wie der Shisha. Es könnte also durchaus sein, dass es schon in absehbarer Zukunft tatsächlich keine Wasserpfeifen-Cafés & Co mehr in der Türkei gibt.

Kommt also das Ende der Wasserpfeife?

Dass die Shisha in der Türkei komplett aus der Öffentlichkeit verschwindet, ist trotzdem mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten. Schließlich ist die Wasserpfeife eine feste Institution in der Kultur und in ihren eigenen vier Wänden rauchen viele  weiter – und zwar eher viel als wenig. Das gilt nicht nur für die klassischen Zigaretten, sondern eben auch für die Shisha und sogar die E-Zigaretten, welche sich seit einigen Jahren steigender Beliebtheit erfreuen. Auch diesbezüglich möchte die Regierung aber einen Riegel vorschieben: Ein Verbot des Verkaufs sowie Imports von E-Zigaretten wurde von der türkischen Regierung bereits im Jahr 2019 angekündigt. Auch Produktionsstätten oder andere Hersteller von E-Zigaretten sowie Zubehör erhalten in der Türkei keine Genehmigung. Das Dampfen selbst ist zwar noch erlaubt, doch auch dieses könnte schon bald aus der Öffentlichkeit verbannt werden. Dass alle TürkInnen plötzlich zu NichtraucherInnen werden, ist trotzdem nicht zu erwarten. 

Deutschland pflegt die Tradition (noch)

Die Shisha wird schon allein deshalb nicht „aussterben“, weil sie in vielen anderen Ländern noch in der Öffentlichkeit erlaubt ist und sich zunehmend etabliert. Das gilt natürlich in einigen arabischen Ländern, aber sogar für Deutschland. Denn wie bereits erwähnt, sind es vor allem junge TürkInnen oder türkischstämmige Deutsche, die auch in Deutschland die Wasserpfeife für sich entdeckt haben. Während sie in der Türkei zunehmend aus der Öffentlichkeit verschwindet, wird sie in Deutschland also immer bekannter sowie beliebter. Zwar wird auch hierzulande über ein Verbot diskutiert – noch ist es aber nicht so weit und insgesamt ist die Rechtsprechung liberaler. Das betrifft auch die E-Zigaretten, welche ebenfalls als Alternative zur klassischen Zigarette immer beliebter werden. Hierzulande ist nicht nur das Dampfen, sondern auch die Herstellung entsprechender Produkte erlaubt, weshalb es viele Startups in der Branche gibt, beispielsweise in der Hauptstadt Berlin. Auch, wenn die Shisha in der türkischen Öffentlichkeit aussterben oder durch Alternativen wie das Dampfen ersetzt werden sollte, wird die Wasserpfeife also in Deutschland sowie vielen weiteren Ländern auf der Welt weiterleben…zumindest vorerst. 

Fazit

Fakt ist, dass die Shisha längst noch nicht „out“ ist – nicht in der Türkei und schon gar nicht in Deutschland. Während das Rauchen, Dampfen & Co in der Türkei nur eben zunehmend hinter verschlossenen Türen stattfindet, machen in Deutschland immer mehr Shisha-Bars auf und begeistern auch Personen, die mit der türkischen Kultur eigentlich nichts zu tun haben. Trotzdem lässt sich in beiden Ländern ein zunehmendes Gesundheitsbewusstsein beobachten. Es ist daher zu erwarten, dass es gerade die „gesünderen“ Alternativen sein werden, welche sich in Zukunft durchsetzen: Das Dampfen ohne Nikotin ist dafür ein Beispiel, aber eben auch die Shisha mit Dampfsteinen oder getrockneten Früchten anstelle von Tabak. Vielleicht werden diese ja eines Tages auch in der Türkei (wieder) geduldet…

Bildquelle: stock.adobe.com @Евгений Вершинин

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