Was ist Umweltrassismus?

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Der afroamerikanische Bürgerrechtler Benjamin Chavis, prägte 1982 den Begriff „Umweltrassismus“ – dieser Begriff beschreibt die unverhältnismäßige Auswirkung von Umweltgefahren auf Communities schwarzer, indigener und People of Colour.

Umweltrassismus ist in den USA bereits seit den 1980er Jahren ein Thema – in Deutschland steckt die Diskussion darüber noch in den Kinderschuhen. Von Umweltrassismus sind vor allem die Menschen der Schwarzen, Indigenen und People of Color-Communities betroffen. Entweder durch Umweltverschmutzung, den Folgen des Klimawandels oder auch durch Benachteiligung von politischen Entscheidungen.

Umweltrassismus in Deutschland

In Deutschland sind besonders  Sinti*zze und Rom*nja von Umweltrassismus betroffen. Beispielsweise wurde ihnen im Jahr 2004 in Heidelberg ein Grundstück zugewiesen, bei dem Boden und Grundwasser durch die Produktion eines großen Reinigungsmittelherstellers chemisch stark verunreinigt waren.

Ebenfalls im Jahr 2004 wurde ihnen durch die Stadt Hamburg ein Grundstück als Wiedergutmachung für die an ihnen begangenen Verbrechen zur Verfügung gestellt. Verschwiegen wurde dabei aber, dass es sich um eine ehemalige Mülldeponie handelte, bei welcher auch Boden und Grundwasser mit toxischen Substanzen verunreinigt waren.

Aber nicht nur Sinti*zze und Rom*nja leiden unter Umweltrassismus,  sowohl deutsche als auch ausländische Studien weisen darauf hin, dass Städte und Stadtviertel mit einem höheren Anteil an Migrant*innen häufiger auch Standorte für umweltschädliche Industrien sind.

Beispielsweise deuten die Ergebnisse von zwei Studien (2005, 2008) in Kassel darauf hin, dass dortige Haushalte mit niedrigerem sozioökonomischen Status und Migrationshintergrund überproportional von erhöhter Luftverschmutzung betroffen sind und in Stadtteilen mit geringerer Umweltqualität leben.

Die aufgeführten Studien zeigen, dass die Korrelation zwischen Migrationshintergrund und Umweltbelastung stärker ist, als die zwischen sozioökonomischen Status und Umweltbelastung.  Rassismus und Klassismus sind hier aber nicht gegeneinader auszuspielen, sie gehen häufig Hand in Hand, überschneiden und verstärken sich.

Fazit

Festzuhalten ist, dass Umweltrassismus nicht nur in bspw. Flint,  Michigan (in den USA) ein Problem darstellt, sondern auch in Deutschland. Die Klimakrise wird dieses Phänomen voraussichtlich nur verstärken und daher ist es wichtig, dass dieses Phänomen in Deutschland genauer erforscht und benannt wird.

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