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Bühne & Schauspiel

Unsere Auswahl der besten deutschen Türkei-Dokus

Nicht nur in deutsch-türkischen Filmen, auch im Dokumentationsformat ist die Türkei ein immer wiederkehrendes Thema. Deutsche FilmemacherInnen beschäftigen sich mit ihrer lebendigen Musikkultur, Familiengeschichten und Gesellschaftsumbrüchen. In allen Themenfeldern spielen häufig Menschen, die sich zwischen der Türkei und Deutschland bewegen und die Verbindung der Kulturen eine zentrale Rolle. Wir stellen euch fünf der in unseren Augen wichtigsten, deutschen Produktionen der letzten zehn Jahre vor.

Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul
(Regie: Faith Akin, 2005)

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Nachdem Fatih Akin mit »Gegen die Wand« ein Meilenstein des deutsch-türkischen Kinos hingelegt hatte, gelang dem Hamburger Regisseur mit seiner Dokumentation über die Musik Istanbuls der nächste große Wurf. In »Crossing the Bridge« zieht Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten 90 Minuten durch die Musikszene der Metropole. Dabei begegnen ihm die verschiedenste Charaktere; Straßenmusiker, die mit kratzigem Gesang und verstimmter Gitarre über die Welt philosophieren oder der mittlerweile prominente Rapper Ceza oder Sängerin Aynur, deren kurdischer Gesang durch einen alten Hamam (alte türkische Dampfbäder) schallt. Hacke trifft auf musizierende Romas, die Fasils (lebhafte kleine Konzerte in türkischen Meyhanes bzw. Trinklokalen) veranstalten und sich dabei betrinken oder und auf die aus Kanada stammende Brenna MacCrimmon, die türkische Volkslieder neu interpretiert. Wenn Baba Zula gemeinsam mit Hacke die Electro-Saz anklingen lassen und MacCrimmon an Deck eines Schiffes auf dem Bosporus vor der aufsteigenden Sonne von der Sehnsucht, eine Möwe zu sein, singt (»Ben bir martı olsam«), dürfte auch der letzte Zweifel an Istanbuls faszinierender Musikszene beseitigt sein.

Wir sitzen im Süden (Regie: Martina Priessner, 2010)

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Eindrücklich schildert dieser Film das Schicksal von Menschen, die zwar in der Türkei leben, deren Leben aber dennoch untrennbar mit Deutschland verbunden ist. Sie melden sich aus Istanbuler Callcentern mit erfundenen deutschen Namen und bedienen die Kundschaft deutscher Konzerne. Abschiebung, Visa-Probleme oder der Wunsch, in der Heimat der Eltern zu leben. Die Gründe, die die Heimat Deutschland zum Sehnsuchtsort werden lassen, sind vielfältig. Dabei werden die Callcenter zum Refugium und deutschen Parallelwelt der Portraitierten. Filmemacherin Martina Priessner zeigt das Dilemma deutscher Türken und zugleich das Resultat einer kaputten Einwanderungspolitik.

Remake, Remix, Rip-Off: About Copy Culture
& Turkish Pop Cinema (Regie: Cem Kaya, 2014)

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Türkische Filme aus den 1960ern, -70ern und -80ern erfreuen sich noch großer Beliebtheit. Schuld daran ist wohl der Trash-Faktor und die skrupellose Kopierfreudigkeit der damaligen türkischen Filmindustrie. Diese war in der Istanbuler Yeşilçam Straße angesiedelt, welche letztendlich zum Namensgeber für Filme aus jener Zeit wurde. Es gibt wohl kaum einen berühmten Hollywood-Streifen dieser Zeit ohne ein türkisches Pendant. »Remake, Remix, Rip-Off« lässt Schauspieler sprechen, die nicht mehr zählen können, in wie vielen Yeşilçam-Filmen sie mitspielen. Regisseur Cem Kaya zeigt, wie dreist und unfreiwillig komisch Rambo, Star Wars oder Cowboys den türkischen Film eroberten.

Mein Vater, der Türke (Regie: Marcus Atilla Vetter, 2006)

Bildrechte: ARD

Marcus Atilla Vetters Erinnerungen an seinen Vater sind schwach. Er ist Sohn einer deutschen Mutter und eines türkischen Vaters, der nach wenigen Jahren in Deutschland wieder in die Türkei zurückkehrte. Marcus Atilla rekonstruiert mithilfe des Tagesbuchs seiner Mutter die Familiengeschichte und fährt in das Dorf Çubuk, um dort seinen ihm fremden Vater kennenzulernen und die Geschichte seiner Familie nachzuzeichnen. Ein Selbstfindungstrip, der den Zuschauer mitnimmt und Klischees ignoriert.

Istanbul United (Regie: Olli Waldhauer und Farid Eslam, 2014)

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Fußball in der Türkei ist mehr als nur Sport. Die drei großen Istanbuler Clubs Galatasaray, Beşiktaş und Fenerbahçe sind für ihre ausgeprägte Rivalität untereinander bekannt. Als ihre verfeindeten Fanclubs während der Gezi-Proteste 2013 aufeinandertreffen, kommt es zur unerwarteten Vereinigung der Fangruppierungen. Gemeinsam protestieren sie um die Türkei nachhaltig zu verändern. Filmemacher Olli Waldhauer und Farid Eslam waren zu diesem Zeitpunkt vor Ort. »Istanbul United« schildert bildgewaltig die Bedeutung und Macht der Fußball-Fankultur in der Türkei.
Text: Tarık Kemper

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