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Musik & Tanz

Meine Heimat sind meine Erinnerungen

Im Interview mit Tänzer Kadir Amigo Memiş

Kadir Amigo Memiş verbindet traditionelle Tänze aus seiner Heimat Anatolien und urbane Moves des Breakdance zu einem völlig neuen Tanzstil namens ZeyBreak. Der Mitbegründer der Flying Steps hat uns in seinem Berliner Atelier empfangen und in einem sehr persönlichen Videoporträt erzählt, was seine größte Inspirationsquelle ist.

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Kadir Memiş ist Vollblut-Künstler. Das spüren wir sofort, als wir den schlanken Tänzer und Choreographen in seinem Berliner Atelier besuchen. „Alles, was ein Künstler erlebt und mitbringt, ist in seine Seele eingraviert“, sagt Kadir, der als junger Breakdancer unter dem Künstlernamen Amigo bekannt geworden ist. 1974 in einem Dorf in der Türkei geboren, wurde er im Alter von 10 Jahren von seinen Eltern, die Ende der 60er Jahre zum Arbeiten nach Deutschland gekommen waren, nach Berlin geholt. Anfangs noch ohne Deutschkenntnisse, war er fasziniert von der Großstadt und entdeckte seine Leidenschaft für Breakdance, mit dem er sich über die Körpersprache ausdrücken konnte.

Im Jahre 1993 war er Mitbegründer der Tanzgruppe Flying Steps, die u.a. zweimal den Weltmeistertitel im Battle of the Year gewonnen hat, dem größten internationalen Breakdance-Battle. Kadir ist zudem Initiator der Kommunikationsplattform Dance-Unity sowie des internationalen HipHop-Battles Funkin Stylez. Außerdem gibt er in Berlin Workshops für Jugendliche, mit denen er Tanzstücke auf die Bühne bringt.

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„Mein türkisches Heimatdorf ist meine größte Inspiration.“

Seit einigen Jahren geht Kadir seinen eigenen Weg als Choreograph und entwickelt Konzepte, die auf verschiedene Art und Weise Tradition und Moderne verbinden. Eine seiner großen Inspirationsquellen sind seine Kindheitserinnerungen an die Zeit in seinem türkischen Heimatdorf. So kreierte er z.B. den Tanzstil ZeyBreak, indem er die traditionellen Zeybek-Tänze mit modernen, urbanen Breakdance-Elementen kombinierte. Auch in anderen Projekten ist die eigene Biographie ein ständig wiederkehrendes Thema. Die erste Dekade seines Lebens, die er ohne Eltern bei Verwandten im Heimatdorf verbrachte, hat Kadir stark geprägt. „Meine Heimat sind meine Erinnerungen an diese Zeit, die manchmal traurig und einsam, aber gleichzeitig auch sehr schön war. Ich erlebe diese Momente auch heute noch immer wieder, und kehre oft an diesen Ort zurück“.

Aktuell promotet er den Film Red Bull Anadolu Break, der im Februar dieses Jahres in Istanbul Premiere feierte. Drei der weltbesten B-Boys reisen nach Anatolien, um dort regionale Tänze zu entdecken. „Ich versuche, meine Kunst immer in einen Bezug zu mir selbst zu setzen“, sagt Kadir. „Dabei kommen auch oft Erinnerungen hoch, die ich dann in meine Projekte einbaue, denn sie sind Teil meiner Seele.“

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Credits
Interview/Text: Türkiz Talay-Dietrich
Kamera/Schnitt: Simon Höhne
Illustration: Büke Schwarz
Musik: Nevzat Akpınar
Fotos: Simon Höhne/Kadir Memiş/Red Bull

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