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Gesellschaft & Geschichten

Fröhliche Keihnachten

Filiz' Kolumne

Alle Jahre wieder beginnt ein Text mit dem Einstieg Alle Jahre wieder und mit der Frage: Feiert ihr (Türken) eigentlich Weihnachten? Spontan würde man jetzt antworten: „Nein, lieber Deutscher, das tun wir immer noch nicht. Denn Weihnachten ist ein christliches Fest und die meisten Türken gehören dieser Religion nicht an.“
Das Gespräch müsste an dieser Stelle beendet sein. Und damit auch dieser Text. Dem ist leider nicht so, denn die große Weihnachtsfrage ist nicht mehr so einfach zu beantworten. An Weihnachten steht nämlich nicht mehr Jesus im Mittelpunkt sondern auch Michael Bublé. Das gesellschaftliche Großereignis – das landesweite Glühweinfestival – wird schon Mitte November mit Adventskalendern, Lebkuchen, Dominosteinen eingeleitet und massenwirksam vorbereitet.

Während Gänse in die Öfen und Omis aus dem Altersheim geschoben werden, fragen sich die Türken: „Was tun? – Eh, biz ne yapalım?“ Vielleicht Baklavas mit Zimt bestreuen oder den Dönerspieß umdrehen, damit er aussieht wie ein Tannenbaum?! Meine Eltern waren schon immer heillos überfordert mit dem Xmas-Wahn. Sie wussten nicht wie, was und wozu das ganze Tohuwabohu überhaupt?! Aber sie wussten, dass sie etwas tun mussten, um nicht negativ aufzufallen und die Einzigen in der Nachbarschaft zu sein, die keine bunte Lichterkette am Fenster blinken hatten.

Also wurde ein Adventskranz besorgt, bei dem alle vier Kerzen am ersten Tag brannten, Tannenbäume hingestellt, die erst nach Heiligabend leuchteten und Geschenke verpackt, die an Silvester geöffnet wurden. Kein How-to-do-Christmas Tutorial auf Youtube oder Einsteiger-Kurse an der Volkshochschule. Auch heute noch habe ich Schwierigkeiten die Weihnachtsrituale zu verstehen. Isst man Kartoffelsalat mit Würstchen oder Gans? Muss man erst singen, um beschenkt zu werden und was ist das Problem an Socken?

Auch wenn ich den Ablauf nicht verstehe, kommt das Weihnachtsgefühl schon rüber. Es wird muckelig und besinnlich und man will basteln, backen und Rotweinsauce mit Sternanis reduzieren lassen … ganz ohne Grund. Weihnachten kann schön sein. Vor allem dann, wenn man nicht jedes Jahr gefragt wird ob man Weihnachten feiert sondern vielleicht ob man zusammen feiern möchte?

Denn am besten versteht man das Fest der Liebe wenn man es zusammen verbringt: Deutsche, Türken und Michael Bublé …

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