Digital Blackfacing

-Was Emojis und Blackfishing gemeinsam haben

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Content Warning: Rassismus, Bilder von Blackfacing 

Woher kommt der Begriff Blackfacing?

Der Begriff kommt von den Minstrel Shows aus dem 18./19. Jhd., bei denen weiße Menschen ihre Gesichter geschwärzt haben, um Schwarze Menschen „zu spielen“ und sich über Stereotype lustig zu machen, das ganze zur Belustigung des Publikums und/oder um Schwarze Menschen nicht als Schauspieler*innen besetzen zu müssen. 

Die Praxis des Blackfacings ist rassistisch, führt Menschen vor und wird auch heute noch im Rahmen von Verkleidungspartys oder zu Fasching rücksichtslos praktiziert.

Was haben Emojis damit zu tun?!

Emojis in nicht-weißen Hautfarben zu benutzen scheint zunächst unwichtig, dahinter stecken aber in gewisser Form alte rassistische Muster Aneignung. Weiße Menschen haben das Privileg, eine andere Hautfarbe im digitalen Raum zu „tragen“, weil sie das cool finden oder lustig, haben aber auch immer die Möglichkeit, diese Hautfarbe und die damit verbundenen Rassismen wieder abzulegen. 

Außerdem impliziert das Verwenden von Emojis der nicht-eigenen, nicht-weißen Hautfarbe, dass Hautfarbe ein ohnehin triviales Thema sei, dass man selbst ja ohnehin „keine Farben sehe“, oder „wir doch alle gleich sind.“

GIFs, die stereotype Darstellungen von Schwarzen Menschen beinhalten, z.B. das „Sassy Black Woman“-GIF, das viele weiße Personen benutzen, um ihren Mood, ihre Gefühlslage in übertriebener Form darzustellen, ohne aber zu wissen, dass sie mit der bloßen Darstellung des Vorurteils BPoC Frauen seien laut, übertrieben dramatisch u.s.w. Schwarze Frauen verletzen. Gerade weil sie dieses GIF als weiße Person als Mood benutzen können, wenn sie wollen, aber nicht mit der Stereotypisierung konfrontiert sind die damit einher geht. Die Verwendung solcher GIFs und Memes trägt dazu bei, dass Stereotype weiter am Leben gehalten werden. Alice Hasters schrieb dazu:

Es gibt genug Memes und Gifs, um als weißer Mensch alle Emotionen und alle Dinge 350.000 Mal auszudrücken. Reflektiert euch selbst.

Blackfishing

Am Nähsten zum Blackfacing im historischen Kontext ist das Digital Blackfacing über Filter, z.B. auf Instagram oder Snap Chat, wie der „Bob Marley Filter“ 2016 oder der „Booma Ye“-Filter 2021, die beide in Kritik sind, bzw. von den Netzwerken genommen wurden, da sie den Hautton der Person vor der Kamera verdunkeln.

Dazu gehört in gewisser Weise auch das Blackfishing, also quasi „positiv gemeintes“, subtileres Blackfacing. Weiße Personen iszenieren sich als Person of Colour, indem sie sich dunkler schminken, tannen und/oder ihre Körper gemäß der Stereotype an Schwarze Frauen oder Latinx modifizieren, sich also auf Instagram z.B. besonders kurvig darstellen, in Musikvideos twerken usw. 

Das Blackfishing wird häufig berühmten Frauen vorgeworfen, z.B. der nicht-Schwarzen Rapperin Iggy Azalea oder Shirin David. Aktivistin Renée Blake sagt dazu:

Man wählt das aus, was sich verkaufen lässt. Wir wissen ja, schwarze Kultur ist eine Ware. Es ist einer der größten kulturellen Exportschlager der USA. Und du wählst aus, was DICH am besten verkaufen kann. Also kommerzialisierst du Aspekte von schwarzer Kultur, von schwarzen Menschen: Ich nehme das und das und den schmerzvollen Teil brauche ich nicht, den behaltet mal schön. Ich nehme nur das, was sich verkaufen lässt.

Quellen:

https://www.zeit.de/zett/politik/2019-10/blackfishing-warum-es-nicht-cool-ist-sich-dunkler-zu-schminken

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