Model Minority Mythos

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Eine Model Minority ist eine Minderheit in der Gesellschaft, welche als “Vorzeige-Minderheit” präsentiert wird. Sie wird als “bessere” Minderheit dargestellt, um damit andere marginalisierte Gruppen herabzusetzen.

Den Model-Minorities wird dabei mehr sozioökonomischer Erfolg zugesprochen als anderen. Diese “Vorzeige-Minderheiten” wären dabei z. B. „integrierter“ als andere.

„Positive“ Zuschreibungen

Ein bekanntes Beispiel für die Zuschreibung des Model Minority Mythos’ sind asiatisch gelesene Menschen.
Ihnen wird meist ein “fleißiger”, “fügiger” oder “ruhiger” Charakter zugesprochen. Die Stigmatisierung wird dabei oftmals heruntergespielt, da es sich ja um „positive“ Charaktereigenschaften handele. Oberflächlich gesehen scheinen diese Zuschreibungen harmlos zu sein, doch tiefgründiger gesehen baut der Model Minority Mythos auf komplexen Diskriminierungsstrukturen auf.

Homogenisierung von Minderheiten

Dass durch die Zuschreibungen ganze Communities homogen dargestellt werden, wird meist ignoriert. Oftmals geht es auch nicht um die „positiven“ Eigenschaften, die der Minderheit zugeschrieben werden, sondern vielmehr darum, andere Minderheiten dadurch abzuwerten. Der Model Minority Mythos wird also für die Verbreitung rassistischer Denkmuster instrumentalisiert. Es wird angedeutet, dass andere marginalisierte Gruppen genauso wie die Model Minority über ihre Diskriminierungsgeschichte hinweg sehen und nur hart genug arbeiten müssen, um sich z. B. zu integrieren.

Psychischer Druck

Neben der Homogenisierung von asiatisch gelesenen Menschen bauen „positive“ Zuschreibungen wie z. B. die des “fleißigen Charakters” auch psychischen Druck auf Betroffene auf, diesen Erwartungen gerecht zu werden. Dies kann zu psychischen Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen führen.

Die Vorstellung von Model-Minorities ist weit verbreitet, da viele die damit verbundenen Zuschreibungen eher als Kompliment verstehen als ein rassistisches Denkmuster. Dabei schützt der Model Minority Mythos Betroffene aber keinesfalls vor negativen Stigmatisierungen. Gerade die Zunahme von rassistischen Übergriffen an asiatisch gelesenen Menschen seit Beginn der Pandemie zeugt davon.

Der Model Minority Mythos homogenisiert also nicht nur, sondern überspielt dabei auch eine lange Vergangenheit systematischer Diskriminierung.

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