adressarrow-left Kopiearrow-leftarrow-rightcrossdatedown-arrow-bigfacebook_daumenfacebookgallery-arrow-bigheader-logo-whitehome-buttoninfoinstagramlinkedinlocationlupemailmenuoverviewpfeilpinnwand-buttonpricesine-wavetimetwitterurluser-darwinyoutube
Kunst & Design

Fremde Heimat von Ayşe Taşcı

Der Blick verliert sich in der Ferne, wirkt nachdenklich und auf schmerzliche Art sehnsuchtsvoll. Nichts lenkt von den Gesichtern ab; der Hintergrund der acht Porträts ist weiß, der Schulteransatz frei. „Haben die alle etwas an der Haut?“, fragt eine Besucherin die Künstlerin. Und tatsächlich muten die Umrisse der Herkunftsländer im Gesicht der Porträtierten auf den ersten Blick an wie Feuermale oder Narben. Vom Auge verlaufen sie über die Wange, auf einigen Bildern wirken sie wie Tränen.

Fremde Heimat

Fremde Heimat

Der paradox anmutende Titel der Ausstellung Fremde Heimat von Ayşe Taşcı verbindet gegensätzliche Emotionen: Die Faszination des Fremden mit der Vertrautheit der Heimat. Er beschreibt die Sehnsucht nach einem Ort, an dem man nicht als fremd wahrgenommen wird. Geboren in der türkischen Stadt Aydin, trieb es Taşcı im Jahre 2003 nach Deutschland. Sie habe schon immer ins Ausland gehen und Neues kennenlernen wollen, sagt die heute Zweiunddreißigjährige. Nach einem Deutsch-Intensivkurs wechselte sie von der Marmara-Kunstakademie in Istanbul an die Folkwang Universität der Künste in Essen und setzte dort ihr Studium fort. Seit zwölf Jahren lebt die diplomierte Kommunikationsdesignerin nun in Deutschland und arbeitet als freie Fotografin. Sie fühlt sich hier zuhause, auch wenn sie stets ein Fremdheitsgefühl begleitet.

Fremde Heimat

Fremde Heimat

Heimat bedeute für Taşcı die Sicherheit zu wissen, wer man ist und wie man leben soll. Eine Stabilität, die sie vermisst, wenn sie an einem fremden Ort lebt. Heimat ist für sie aber auch wie ein Stempel, der von außen aufgedrückt wird. „Seine Herkunft trägt man immer sichtbar mit sich herum. Sie ist wie ein Muttermal, das man nicht wegretuschieren kann. Man wird gefragt, wo man herkommt, welchen Akzent man hat und dadurch wird man immer wieder daran erinnert, dass man fremd ist. Egal wie lange man schon da ist“, sagt Taşcı, deren Bilder dieses Gefühl einzufangen versuchen.

Die Ausstellung Fremde Heimat ist noch bis 05.02.2015 im Rahmen der Woche der interreligiösen Harmonie in der Bonner Begegnungsstätte in der Breite Straße 107a zu sehen.

fremde-heimat-02_renk

Fremde Heimat

Fremde Heimat

Credits
Text: Katharina Dorp
Fotos: Ayşe Taşcı

Nächster Artikel

Kunst & Design

Die Online-Orientalin

Zu Gast bei Arzu Uyan

Lust auf Lecker Newsletter?