Die Verkrempelung der Welt

Zum Stand der Dinge (des Alltags)

Lesung, Gespräch Berlin
28. Apr

„Die Verkrempelung der Welt. Zum Stand der Dinge (des Alltags)“
Mit Gabriel Yoran und Hanna Engelmeier

„Ein dauerhaft gutes Produkt ist ein Wunder, denn es dürfte eigentlich nicht existieren.“
Gabriel Yoran
„Knebel“ nennt man die drehbaren Elemente an Küchenherden, mit denen sich bequem die Temperatur regulieren lässt. Wer heute einen Induktionsherd kauft, verbiegt sich freilich bald die Finger auf widerspenstigen Touchflächen. Solche Dinge, die in gewissen Hinsichten schlechter sind, als sie einmal waren oder sein könnten, nennt Gabriel Yoran „Krempel“. Warum existieren sie überhaupt? Würde man sich die Weiterentwicklung von Produkten nicht als linearen Fortschritt vorstellen?
Warenkritik gilt wahlweise als angestaubter Antikapitalismus oder Ausdruck reaktionärer Nostalgie. Gleichzeitig sollen wir mit unseren Kaufentscheidungen das Klima retten oder zu besseren Arbeitsbedingungen im globalen Süden beitragen. In dieser Lage fragt Yoran, ausgehend von Brauseschläuchen und Kaffeevollautomaten, nach den Ursachen der Verkrempelung. Und er wagt sich an den oft tabuisierten Versuch, über Kriterien für die Legitimität von Bedürfnissen nachzudenken.
Am 28. April um 18 Uhr liest der Autor Gabriel Yoran aus seinem Buch und diskutiert mit der Kulturwissenschaftlerin Hanna Engelmeier im Werkbundarchiv – Museum der Dinge über den Stand der Dinge des Alltags.