Zum fünften Mal öffnet Dortmund Goes Black seine Türen und wird vom 11. + 13. bis 15. Februar 2026 wieder zum Treffpunkt für Schwarze Kunst, Kultur und Community. Unter dem diesjährigen Motto You, yourself, are the sun steht die radikale Selbstermächtigung im Mittelpunkt: Inspiriert von Ousmane Sembène, dem Pionier des afrikanischen Kinos, zeigt das Festival, dass jede*r selbst Lichtquelle und Kraftzentrum sein kann.
Das Programm bietet ein Kaleidoskop künstlerischer Ausdrucksformen:
TRAPLORD von Ivan Michael Blackstock führt mit einer preisgekrönten Multimedia-Tanzperformance durch Traum, Realität und Transformation.
BEAUTYSALON, eine Performance von Kapi Grab und Bheki Ndlovu, macht Schwarze Schönheit, Care und Community sichtbar.
Die Ausstellung Myth – Self – Collective beleuchtet Selbstdefinition, Care und Sichtbarkeit in der zeitgenössischen Kunst von Jowa Toya, Kaoutar Aboueloula und Louise Brisante Mbakop Ngontchio.
Dazu kommen Workshops zu Bewegung, Tanz und Empowerment, Live-Konzerte von DENIM und Abenasua sowie Partys mit Afrobeats, Afrohouse und Amapiano.
Dortmund Goes Black ist nach fünf Jahren ein etablierter Raum für Austausch, Sichtbarkeit und künstlerische Entfaltung geworden. Vier Tage lang werden Geschichten ins Licht gestellt, neue Perspektiven eröffnet und Gemeinschaft gefeiert.
Programm: 11. + 13. – 15.02.2026 | Ort: Theater Dortmund
18:30 Uhr: Myth – Self – Collective, Practices of Form, Care and Self-Definition, Vernissage Im Rahmen von Dortmund Goes Black vereint diese Ausstellung drei Positionen, die Sichtbarkeit nicht nur darstellen, sondern als Praxis begreifen: Jowa Toya, Kaoutar Aboueloula (L’Atelier 116) und Louise Brisante Mbakop Ngontchio. Unter dem Festivalmotto „You yourself are the sun“ rücken ihre Arbeiten innere Kraft, Selbstdefinition und die Frage in den Mittelpunkt, wer Deutungshoheit über Bilder, Formen und Geschichten hat.
Jowa Toya zeigt freistehende und wandbasierte Objekte aus Furnierholz, deren Formensprache von Curly Hair ausgeht – als Symbol für Identität, Widerstandsfähigkeit und individuelle Struktur. Organische Linien erinnern an Bewegung, Verdichtung und Auflösung und übersetzen Haar in eine reduzierte skulpturale Sprache. Jedes Objekt trägt den Namen einer Figur aus der afrikanischen Mythologie (u. a. Anasi Bai, Bia, Asase Yaa, Eshu, Mawu, Oshun) – nicht als Illustration, sondern als Referenz auf Mythologie als Wissensspeicher zu Ursprung, Transformation, Schutz und kultureller Erinnerung.
Mit „ZIF HAYATI – Invisible Structures“ entwickelt Kaoutar Aboueloula eine begehbare Rauminstallation aus Reihen aufgehängter Tücher, inspiriert von einem traditionellen marokkanischen Kopftuch als materieller Träger von Zeit, Handlung und gelebter Erfahrung. Die Arbeit macht jene „unsichtbaren Strukturen“ erfahrbar, die Gemeinschaften tragen: Fürsorge, Wiederholung, Verantwortung, Kontinuität – oft essenziell, selten anerkannt. Hier wird „Sonne sein“ als Beitrag und Transformation lesbar.
Louise Brisante Mbakop Ngontchio setzt mit ihrer Fotoausstellung/Installation „Why darkskin matters“ einen klaren Fokus auf darkskin Schwarze Menschen und die Auseinandersetzung mit Colorism. Sie korrigiert und befragt den kolonial geprägten Blick, thematisiert Unterrepräsentation – insbesondere dort, wo Menschen queer, trans* oder femme gelesen werden – und stellt entmenschlichenden Bildtraditionen eine visuelle Ordnung entgegen, die Komplexität, Würde und Selbstrepräsentation ermöglicht.
Myth – Self – Collective Practices of Form, Care and Self-Definition öffnet multiperspektivische Räume in denen ihr über das Sichtbare hinaus zu schauen könnt: auf Material und Mythologie, auf Körper und Raum, auf Bildpolitik und Community. Und auf die radikale Idee, nicht auf das Licht zu warten, sondern selbst Quelle von Licht, Kraft und Veränderung zu sein. Eintritt frei.
18:45 Uhr: Abenasua, Konzert im Rangfoyer Abenasua steht für modernen RnB und Neo-Soul mit Pop-Vibe. In ihren eigenen Songs verbindet sie gefühlvolle Melodien mit warmen Grooves und ehrlichen Texten über Liebe, Beziehungen und innere Welten. Mal verträumt, mal melancholisch, immer nahbar – live schafft sie eine intensive Atmosphäre zwischen entspannter Festival-Leichtigkeit und emotionaler Tiefe. Eintritt frei. 20:00 Uhr: DENIM, Konzert im Studio Die 2025 in Berlin gegründete Band DENIM verbindet Soul, RnB und Pop zu einem tanzbaren, zeitgenössischen Sound mit klarer Haltung. Inspiriert von globaler kultureller Vielfalt, Afrofuturismus sowie feministischen und realistischen Perspektiven erzählen ihre Songs von Menschsein, Liebe und Herzschmerz, von Krieg, Träumen und inneren Spannungen. Im Mittelpunkt steht die warme, kraftvolle Stimme von Emily Intsiful, getragen von den musikalischen Ideen von Keisuke Matsuno und David Millàn. Live entsteht so ein intensiver, mitreißender Sound. Musik als Selbstermächtigung: ehrlich, bewegend und voller eigener Strahlkraft. Eintritt frei.
11:00-12:15 Uhr: Pilates & Stretch – Move with Intention, Workshop mit Michaela Adutwum auf der Probebühne 4 Dieser Workshop verbindet gezielte Bewegung mit Achtsamkeit, mentaler Gesundheit und Empowerment. In Pilates & Stretch – Move with Intention geht es nicht nur darum, wie wir uns bewegen, sondern auch warum bewusste Bewegung und Dehnung Körper und Geist nachhaltig stärken.
Durch kräftigende Pilates-Sequenzen, fließende Stretch-Elemente und angeleitete Atemübungen erfährst du, wie Stress im Körper entsteht, wie er sich auf Muskulatur, Atmung und Nervensystem auswirkt – und wie du ihm aktiv begegnen kannst. Ergänzt wird die Praxis durch Entspannungs- und Achtsamkeitsimpulse, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Der Workshop ist offen für alle Level und lädt dazu ein, das eigene Körperbewusstsein zu vertiefen, Spannungen zu lösen und neue Zugänge zu innerer Balance, Stabilität und Wohlbefinden zu finden.
Ein paar Yogamatten können bereit gestellt werden. Solltest du bereits eine eigene Matte beisitzen, bringe diese gerne mit. Denk an bequeme Kleidung und Wasser. Kostenlose Anmeldung über schauspiel@theaterdo.de
12:30 Uhr und 14:40 Uhr: Myth – Self – Collective, Practices of Form, Care and Self-Definition, Ausstellungsführungen mit den Künstler*innen Jowa Toya, Kaoutar Aboueloula, Louise Brisante Mbakop Ngontchio im Schauspielfoyer Eintritt frei.
16:30 Uhr: Theodor Wonja Michael Bibliothek, Lesung mit N.N. im Institut Eintritt frei.
18:00 Uhr: Beautysalon, Performance im Studio Seit Generationen sind Schönheitssalons Orte der Begegnung Schwarzer Communities – Räume für Care, Austausch und kollektives Erinnern. Afrohaare tragen dabei eine politische Dimension: Sie sind Projektionsfläche für geschlechtsspezifische und rassistische Zuschreibungen und zugleich Ausdruck von Identität, Widerstand und Selbstbestimmung. Mit dem Tanztheaterstück Beautysalon entsteht ein Raum, in dem Schwarze Schönheit jenseits des Mainstreams sichtbar wird – in ihrer Vielfalt, Komplexität und Widersprüchlichkeit. Vier Schwarze Menschen verwandeln den Salon in Bühne und Schutzraum zugleich: mal Nachrichtenspot, mal politische Plattform, mal Ort der Beratung und des Durchatmens. Während Frisuren entstehen, werden Geschichten über die Schwarze Schweiz erzählt – frei, persönlich und kollektiv zugleich. Dies ist ihr Raum. Dies sind ihre Geschichten. Regie: Kapi Kapinga Grab In Schweizer Deutsch, englischer & französischer Sprach, mit deutscher Übertitelung. Tickets im Vorverkauf erhältlich.
20:30 Uhr: TRAPLORD, Performance im Schauspielhaus Mit TRAPLORD präsentiert der Londoner Choreograf und Performer Ivan Michael Blackstock eine preisgekrönte, energiegeladene Multimedia-Tanzperformance, die zwischen Traum und Realität oszilliert. Ausgehend von persönlichen und kollektiven Erfahrungen verhandelt das Stück Projektionen auf Schwarze Körper und Schwarze Männlichkeit – ohne zu reproduzieren, was es hinterfragt. In einer rohen, konfrontativen Ästhetik, geprägt von Drill, Grime und Krump sowie Einflüssen aus Street- und Internetkultur, übersetzt Blackstock Wut, Schmerz, mentale Resilienz und Spiritualität in Bewegung und Spoken Word. Zwischen Videogame- und Musikvideoästhetik erzählt TRAPLORD mit einem Ensemble die Reise eines Außenseiters hin zu Selbstermächtigung und Selbstverwirklichung. TRAPLORD ist ein intensives, körperliches Statement – zeitgenössisch, politisch aufgeladen und mehrfach ausgezeichnet (Olivier Award). Ivan Michael Blackstock arbeitete u. a. mit Kylie Minogue und Neneh Cherry und choreografierte für Beyoncé das Grammy-prämierte Musikvideo »Brown Skin Girl«. Regie und Choreografie: Ivan Michael Blackstock Tickets im Vorverkauf erhältlich
21:45 Uhr: DJ Freegah, Afrobeats · Afrohouse · Amapiano · Dancehall, Party im Institut Wenn wir sagen You yourself are the sun, dann meinen wir auch: gemeinsam leuchten auf dem Dancefloor. Eintritt frei.
11:00 Uhr: Popcorn zum Frühstück, Brunch und Netzwerken
12:00 Uhr: Workshop mit Kapi Kapinga Grab im Rangfoyer Kostenlose Anmeldung über schauspiel@theaterdo.de
13:30 Uhr: Workshop mit Ivan Michael Blackstock auf der Probebühne 4 Kostenlose Anmeldung über schauspiel@theaterdo.de